Kapitallebensversicherung
Die Vor- und Nachteile der Kapitallebensversicherung
Die Kapitallebensversicherung ist eine Variante der Lebensversicherung, bei dem der Versicherte eine Kombination aus Absicherung und Geldanlage erhält. Sie hat zum Einen die Funktion der finanziellen Absicherung Angehöriger im Todesfall, zum Anderen bietet sie die Option zur Geldanlage.
Wer Alleinverdiener und Familienoberhaupt ist, sollte sich grundsätzlich eine Lebensversicherung zulegen. Ob eine Kapitallebensversicherung erforderlich ist, bleibt den Bedürfnissen des Versicherten überlassen. Nachfolgend werden einige der Vor- und Nachteile der Kapitallebensversicherung insbesondere als Anlageform, erörtert und soll Unentschlossen als Entscheidungshilfe dienen.
Der größte Nachteil der Kapitallebensversicherung liegt wohl in der geringen Rendite. Hier sind pro Jahr maximal 4-5% zu erreichen was im internationalen Vergleich recht wenig ist. Der Grund dafür ist, dass in Deutschland die Lebensversicherer die Beiträge zu maximal 30% in Aktien umlegen können. In anderen Ländern wo diese Einschränkung nicht gilt, ist durchaus mehr Rendite zu erzielen. Wenn man die jährliche Inflation und die Verwaltungskosten der Versicherung berücksichtigt kommt unter dem Strich oft nur ein Minus-Betrag heraus.
Ein weiterer Wermutstropfen der Kapitallebensversicherung ist die fehlende Flexibilität. Kündigt der Versicherte seinen Vertrag in den ersten beiden Jahren, macht er oft große Verluste und sieht seine Beiträge in der Regel nicht wieder. Wer mittelfristig kündigt bekommt kaum renditeträchtige Gewinne ausbezahlt und wäre mit einem einfachen Sparbuch bei einer Bank besser aufgehoben als mit einer Kapitallebensversicherung.
Der Grund dafür ist die Verrechnungssystem der Versicherungsgesellschaften. Normalerweise werden die Abschlusskosten des Versicherungsvertrages mit den Beiträgen der ersten beiden Jahre verrechnet. Das bedeutet, dass für die Versicherten bei der Kündigung innerhalb der ersten Jahre fast nichts übrig bleibt.
Weiter sollte man sich die Frage stellen, ob die Kombination aus Lebensversicherung und Geldanlage sinnvoll ist. Experten bemängeln hier die fehlende Transparenz, denn der Versicherte weiß nicht welcher Teil der Prämie mit dem Risikoanteil der Kapitallebensversicherung und welcher Teil mit der Kapitalanlage verrechnet wird. Es gibt sogar eine Vielzahl von Versicherten, die niemanden haben, den sie im Todesfall absichern und somit der Risikoanteil völlig verschenkt ist.
Zusätzlich zu den genannten Nachteilen steht die Kapitallebensversicherung auf wackeligen Füßen. Versicherungsgesellschaften sind verpflichtet einen Teil der Beiträge in Staatsanleihen oder Pfandbriefe zu investieren. Sollten die Kommunen oder ganze Länder pleite gehen, macht der Versicherte gleichzeitig großen Verlust.
Die Vorteile der Kapitallebensversicherung sind schnell aufgezählt. Der Versicherte ist gewissermaßen gezwungen den langen Vertrag durchzuziehen um die maximale Rendite für diese Anlageform zu erzielen. Dies bedeutet jedoch auch, dass der Versicherte über einen längeren Zeitraum seine Angehörigen abgesichert hat.
Es wird also deutlich, dass es bessere Anlageformen gibt als die Kapitallebensversicherung und die Risikolebensversicherung ganz klar die bessere Alternative ist, wenn es um die Absicherung von Angehörigen geht.
Wer selbst Kapital vemehren will sollte auf das gute alte Sparbuch zurückgreifen. Für Leute die schnell Rendite erzielen möchten, mag dies keine echte Alternative sein. Die Mehrheit der Leute, die ihr Geld “parken” wollen, möchten jedoch wissen, dass ihr Geld gut aufgehoben ist. Eine Rendite-trächtigere Variante der Geldanlage ist das Tagesgeldkonto, das es zu den meisten Girokonten ,,oben drauf” gibt.
Von der Kapitallebensversicherung als Anlageform sollte jedoch abgesehen werden. Die Risikolebensversicherung ist im Grunde alles was man “zum Leben braucht”. Bei der Risikolebensverischerung weiß der Versicherte außerdem, wo und für was die Beiträge gezahlt werden.